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Klima · Emissionen jenseits der Grenze

Deutschland hat die Emissionen im Inland um 22 bis 24 Prozent gesenkt. Im Ausland nicht.

Die Emissionen durch den deutschen Konsum sinken, solange sie in Deutschland entstehen. Die Emissionen in Fabriken, Kraftwerken und auf Äckern anderswo, für Waren, Lebensmittel und Gebäude, sinken nicht. Das Bundes-Klimaschutzgesetz zählt sie nicht mit.

  • Der Fußabdruck von Deutschland liegt 35–47 Prozent über den offiziellen Emissionen laut dem Umweltbundesamt (UBA). Wie viel genau, hängt vom Modell ab.
  • 44–51 Prozent des Fußabdrucks entstehen im Ausland (2022), gegenüber 38–41 Prozent im Jahr 2010.
  • Die offiziellen Emissionen sanken zwischen 2010 und 2022 um 20 Prozent, der Fußabdruck nur um 8–13 Prozent.
  • Pro Kopf verursacht Deutschland 10,8 Tonnen, mehr als der EU-Durchschnitt von 9,0 Tonnen (Platz 3 von 27, Eurostat 2023). Zwischen 2010 und 2019 sank der Fußabdruck um 12 Prozent, ähnlich wie in den meisten EU-Ländern; zwischen 2019 und 2023 sank er um 12 Prozent, schneller als in den meisten EU-Ländern.
  • Außerhalb von Deutschland entstehen die meisten Emissionen durch den deutschen Konsum in diesen Ländern: China, Russland und Vereinigte Staaten.
  • Deutschland importiert mehr Emissionen, als es exportiert: netto 217–305 Millionen Tonnen im Jahr 2022. Seit 2010 sind die Einnahmen aus der Nachfrage im Ausland real um 30 Prozent gewachsen; die Emissionen dafür sind um 11 Prozent gesunken.
  • Satelliten sehen über Deutschland mehr Methan, als das Land meldet: das 1,7-Fache der gemeldeten Menge (2023). Die größte Abweichung gibt es im Bereich Viehhaltung.

In Kürze

Emissionen durch Konsum und Investitionen in Deutschland, nach Ort der Entstehung

Die offizielle Zahl sinkt schneller als der Fußabdruck

Die Zahl, die in den Nachrichten steht, misst die Emissionen auf dem deutschen Staatsgebiet, laut dem Umweltbundesamt (UBA). Sie sank zwischen 2010 und 2022 um 20 Prozent. Der Fußabdruck sank in denselben Jahren um 8–13 Prozent. Die offizielle Zahl zählt die Emissionen für Exporte mit, die für Importe nicht.

Deutschland im Vergleich mit den anderen EU-Ländern

Pro Kopf verursacht Deutschland 10,8 Tonnen Treibhausgase (Eurostat, 2023), mehr als der EU-Durchschnitt von 9,0 Tonnen, Platz 3 von 27.

Aus dem All überprüft

Satelliten messen, wie viel Methan in der Luft liegt. Daraus können Forschende zurückrechnen, wie viel ein Land ausstößt. So steht neben den offiziellen Zahlen eine unabhängige Messung.

Wo die Emissionen entstehen

Die meisten Emissionen im Ausland durch den deutschen Konsum entstehen in diesen Ländern, der Größe nach: China, Russland, Vereinigte Staaten und Polen. Wählen Sie ein Jahr oder spielen Sie die Zeitleiste ab. Ein Klick auf ein Land zeigt die Entwicklung seit 2010.

Für wen Deutschland Emissionen ausstößt

Im Jahr 2022 entstanden in Deutschland 227–261 Millionen Tonnen Treibhausgase für Konsum und Investitionen in anderen Ländern. Gleichzeitig entstanden anderswo 443–566 Millionen Tonnen durch den deutschen Konsum. Damit ist Deutschland Nettoimporteur von Emissionen: Anderswo entstehen 217–305 Millionen Tonnen mehr für Deutschland als umgekehrt.

Wie wir rechnen

Ein Fußabdruck verfolgt jeden Euro, den Haushalte, Staat und Unternehmen für Endprodukte ausgeben, durch die Lieferkette zurück bis in das Land, in dem die Emissionen entstehen. Das leisten sogenannte Input-Output-Modelle, aufgebaut auf Handelsstatistiken und Emissionsinventaren aus Dutzenden Ländern.

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