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Klima · Emissionen jenseits der Grenze

Österreich verursacht mehr Emissionen im Ausland als im Inland

Die Emissionen durch den österreichischen Konsum sinken, solange sie in Österreich entstehen. Die Emissionen in Fabriken, Kraftwerken und auf Äckern anderswo, für Waren, Lebensmittel und Gebäude, steigen. Die Klimaziele zählen sie nicht mit.

  • Der Fußabdruck von Österreich liegt 40–51 Prozent über den offiziellen Emissionen laut dem nationalen Inventar (über Eurostat). Wie viel genau, hängt vom Modell ab.
  • 63–66 Prozent des Fußabdrucks entstehen im Ausland (2022), gegenüber 56–59 Prozent im Jahr 2010. In jedem Modell ist das seit Beginn der Zahlen mehr als die Hälfte.
  • Die offiziellen Emissionen sanken zwischen 2010 und 2022 um 14 Prozent, der Fußabdruck nur um 2–3 Prozent.
  • Pro Kopf verursacht Österreich 10,5 Tonnen, mehr als der EU-Durchschnitt von 9,0 Tonnen (Platz 4 von 27, Eurostat 2023). Zwischen 2010 und 2019 sank der Fußabdruck um 7 Prozent, langsamer als in den meisten EU-Ländern; zwischen 2019 und 2023 sank er um 7 Prozent, langsamer als in den meisten EU-Ländern.
  • Außerhalb von Österreich entstehen die meisten Emissionen durch den österreichischen Konsum in diesen Ländern: China, Deutschland und Russland.
  • Österreich importiert mehr Emissionen, als es exportiert: netto 36–38 Millionen Tonnen im Jahr 2022. Seit 2010 sind die Einnahmen aus der Nachfrage im Ausland real um 31 Prozent gewachsen; die Emissionen dafür sind um 2 Prozent gesunken.
  • Satelliten sehen über Österreich mehr Methan, als das Land meldet: das 1,7-Fache der gemeldeten Menge (2023).

In Kürze

Emissionen durch Konsum und Investitionen in Österreich, nach Ort der Entstehung

Die offizielle Zahl sinkt schneller als der Fußabdruck

Die Zahl, die in den Nachrichten steht, misst die Emissionen auf dem österreichischen Staatsgebiet, laut dem nationalen Inventar (über Eurostat). Sie sank zwischen 2010 und 2022 um 14 Prozent. Der Fußabdruck sank in denselben Jahren um 2–3 Prozent. Die offizielle Zahl zählt die Emissionen für Exporte mit, die für Importe nicht.

Österreich im Vergleich mit den anderen EU-Ländern

Pro Kopf verursacht Österreich 10,5 Tonnen Treibhausgase (Eurostat, 2023), mehr als der EU-Durchschnitt von 9,0 Tonnen, Platz 4 von 27.

Aus dem All überprüft

Satelliten messen, wie viel Methan in der Luft liegt. Daraus können Forschende zurückrechnen, wie viel ein Land ausstößt. So steht neben den offiziellen Zahlen eine unabhängige Messung.

Wo die Emissionen entstehen

Die meisten Emissionen im Ausland durch den österreichischen Konsum entstehen in diesen Ländern, der Größe nach: China, Deutschland, Russland und Polen. Wählen Sie ein Jahr oder spielen Sie die Zeitleiste ab. Ein Klick auf ein Land zeigt die Entwicklung seit 2010.

Für wen Österreich Emissionen ausstößt

Im Jahr 2022 entstanden in Österreich 33–35 Millionen Tonnen Treibhausgase für Konsum und Investitionen in anderen Ländern. Gleichzeitig entstanden anderswo 68–73 Millionen Tonnen durch den österreichischen Konsum. Damit ist Österreich Nettoimporteur von Emissionen: Anderswo entstehen 36–38 Millionen Tonnen mehr für Österreich als umgekehrt.

Wie wir rechnen

Ein Fußabdruck verfolgt jeden Euro, den Haushalte, Staat und Unternehmen für Endprodukte ausgeben, durch die Lieferkette zurück bis in das Land, in dem die Emissionen entstehen. Das leisten sogenannte Input-Output-Modelle, aufgebaut auf Handelsstatistiken und Emissionsinventaren aus Dutzenden Ländern.

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